23. September 2014

Sozialbestattung: Was zu beachten ist und welche Kosten üblicherweise vom Sozialamt übernommen werden

Nach § 1968 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) sind die Erben eines Verstorbenen verpflichtet, die Kosten für eine standesgemäße Bestattung zu tragen. Dabei können die Erben entweder die Beerdigungskosten aus der geerbten Erbmasse (bzw. einer Sterbegeldversicherung) bezahlen oder sie begleichen die Rechnungen aus eigener Tasche.

Hat der Tote jedoch keine Angehörigen, sonstige Erben oder sind dessen Angehörige oder Erben mittellos, muss die Bestattung trotzdem bezahlt werden. In solchen Fällen findet dann häufig eine Kostenübernahme durch das Sozialamt statt - man spricht dann von einer „Sozialbestattung“.

Dazu muss die Sozialbestattung beim Sozialamt des Sterbeortes beantragt werden, bei der Nachweise über die Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie über finanzielle Belastungen des Verstorbenen und von den direkten Angehörigen vorgelegt werden müssen. Der Bezug von Arbeitslosengeld II ist dabei jedoch keine Voraussetzung für die Kostenübernahme oder die Bewilligung von Zuschüssen durch das Sozialamt.

Diese Bestattungskosten werden vom Sozialamt bezahlt

Hat der Verstorbene in einem Testament sogar seine Bestattungsart bestimmt und die Kosten dafür übersteigen nicht die ortsüblichen Grenzen, wird sein letzter Wille auch im Rahmen einer Sozialbestattung umgesetzt. Dies gilt für alle gängigen Bestattungsarten, wie Erd-, Feuer- und Seebestattungen. Das Sozialamt übernimmt die Friedhofs- und Bestattungsgebühren sowie die Kosten für die Trauerhalle, sofern die Bestattung auf einem kommunalen Friedhof erfolgt.
 
Kosten, die üblicherweise bei einer Sozialbestattung übernommen werden:
 
  • Kosten für rechtsmedizinische Untersuchungen
  • Kosten für die zweite Leichenschau im Falle einer Feuerbestattung
  • Leistungen des Bestattungsinstitutes
  • Kosten für einen Sarg oder eine Urne
  • Kosten für Grabstelle (mit Friedhofsgebühren)
  • einfacher Blumenschmuck
  • Kosten für (mindestens) ein einfaches Holzkreuz
  • unter Umständen: Teilnahme eines Geistlichen
 

Unser Tipp: Eine Sterbegeldversicherung schützt vor Kosten

Mit einer Sterbegeldversicherung, die bereits zu Lebzeiten geschlossen wird und damit mindestens die Beerdigungskosten abdeckt bzw. eine Trauerfeier nach den Wünschen der Familie garantiert, nimmt man viel Last von den Schultern seiner Erben. Diese Vorsorge sollte man schon zu Lebzeiten mit einer Beerdigungsversicherung regeln.

Aber auch im Fall der Fälle sollte man nichts überstürzen: Bevor Sie beim zuständigen Sozialamt den Antrag zur Kostenübernahme einer Sozialbestattung stellen, empfiehlt es sich mit dem Sozialamt die Kostenfrage zu klären, so dass erst im Anschluss ein Bestatter im entsprechenden Kostenrahmen beauftragt wird.

Übrigens: Eine Sozialbestattung entspricht im Ablauf genau dem einer "normalen" Beerdigung ohne staatliche Unterstützung - sie garantiert immer einen würdevollen Abschied von einem Verstorbenen.